Inneren Monstern begegnen; Wachstum unter schwierigen Bedingungen

Alten inneren Monstern begegnen: Wie wir mit Wachstumsschmerzen in Zeiten des Wandels umgehen können

In den letzten Wochen höre ich in meinem Umfeld oft von »schwierigen Zeiten«. Aus eigener Erfahrung kann ich gut verstehen, was damit gemeint ist. Es geht in diesem Fall vor allem um individuelle innere Zustände, die sich auch in äußeren Situationen widerspiegeln können. Es geht darum, den alten inneren Monstern zu begegnen. Diese zeigen sich oft in Form von alten Ängsten, Sorgen und belastenden Themen, teilweise sogar in damit verbundenen körperlichen Symptomen.

Besonders betroffen scheinen mir die Sensitiven, Empfindsamen und Feinfühligen zu sein. Viele von ihnen leiden in diesen Zeiten unter psychisch-seelischen Aufs und Abs, Zweifeln, Melancholie bis hin zu depressiven Verstimmungen. Alte Themen tauchen wieder auf, die eigentlich der Vergangenheit angehören sollten. Und das ist oft schwierig auszuhalten, frustrierend und schmerzhaft.

Es liegt Wandel in der Luft. Das scheinen nicht nur ich selbst, sondern viele Menschen wahrzunehmen und darauf zu reagieren. In Zeiten der Veränderung ist es oft so, dass alte Themen auftauchen, die wir glaubten, schon längst »erledigt« zu haben. Ich betrachte diese Herausforderungen als Wachstumsschmerzen.

Diese Themen wollen aufgeräumt, losgelassen, angenommen, kompostiert, gewandelt und geheilt werden. Wir werden vor neue oder noch nicht vollends abgeschlossene Entwicklungsaufgaben gestellt. Und das gelingt nur, wenn wir sie wirklich anschauen, akzeptieren, dass sie da sind, uns auf sie einlassen und im Feuer stehen bleiben – um sie in unsere ureigene, freie Energie zu transformieren.

So sehe ich das, und so versuche ich diesen Weg zu gehen. Es ist nicht einfach und leicht, aber aus meiner Sicht die einzig wirksame Option.

Natürlich könnten wir uns auch verstecken, die aufkommenden unangenehmen oder sogar Angst machenden Themen ausblenden und uns ablenken. Kurzfristig mag das vielleicht nützen – aber mittel- und langfristig bringt das nach meiner Erfahrung nichts. Sie kommen wieder und klopfen immer lauter an die Tür. Bis sie sie einschlagen und sich beispielsweise durch schwere körperliche Symptome bemerkbar machen. Das kann dann sehr ungemütlich werden.

Also ist es besser, gleich die Tür zu öffnen, wenn es klopft, und Guten Tag zu sagen. Meistens wirken die vermeintlichen Themen-Monster viel größer, wenn wir vor ihnen davonlaufen. Dann stellen uns unsere Befürchtungen die Nackenhaare auf. Wenn wir stehen bleiben, uns umdrehen und sie genau anschauen, schrumpfen die befürchteten Monster meist auf ein sehr gut handhabbares Maß.

Dazu müssen wir unseren Kräften vertrauen und uns selbst das zutrauen, was wir wirklich können. Wir müssen begreifen, wer und was wir wirklich sind, und den Mut fassen, uns wirklich dem zu stellen, was jetzt ansteht.

So gehe ich mit diesen Phasen um und tue mein Bestes, um meine anstehenden (Entwicklungs)»Hausaufgaben« zu machen. Es ist manchmal schwierig, beängstigend oder verunsichernd, aber: »Willkommen, Wachstumsschmerzen, wenn ihr denn sein müsst!« (Es darf aber auch gerne leicht gehen. 🙂)

Also, bleiben wir dran. Schritt für Schritt. Die Themen kommen, wenn sie reif sind, und wir in der Lage, ihnen entgegenzutreten.

Ich nutze übrigens das Schreiben als meine Lieblingsmethode, um meinen inneren Monstern auf die Spur zu kommen und die Wachstumsschmerzen, falls sie sich zeigen, in Grenzen zu halten und konstruktiv zu nutzen.

Wie gehst du damit um?

 

Was denkst du dazu? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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